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„Lügenpresse“ – Verfälschung als Redaktionsprinzip

von Gerhard Steiner //

Den durchschnittlichen Journalisten stellt man sich bei Pegida so vor: Arrogant, besserwisserisch und mit einem schier unerträglichen Missionierungsdrang ausgestattet. Während sich die Leitmedien selbst einen einwandfreien Leumund bestätigen, sinkt deren Glaubwürdigkeit unter den Lesern rapide. Studien bestätigen unterdessen, dass viele Journalisten ihren Beruf als Mittel sehen, um die Gesellschaft zu beeinflussen. Für die Problemlösungs-kompetenz des politischen Systems hat die verzerrte Wirklichkeitsdarstellung jedoch katastrophale Folgen.

Mehrheit der Journalisten steht deutlich weiter links als der Durchschnitt der Bevölkerung

Die krasse Diskrepanz zwischen der Wirklichkeitswahrnehmung vieler Bürger und der medialen Beschreibung selbiger ist vielen Menschen im Zuge der rechtswidrigen „Asylflut“ erst so richtig klar geworden. Statt einer ausgewogenen Berichterstattung, die sachlich die einzelnen Argumente darlegt, wurde gegen Bürgerinitiativen wie Pegida mit schwersten Waffen geschossen: Diffamierung, Verleumdung, einseitige bis Fehlinformation.

Dass sich in den Medien linke, schulmeisterliche Journalisten festgesetzt haben ist dabei kein Zufall. Der kommunistische Theoretiker Antonio Gramsci formulierte in seinen Schriften eine Anleitung langfristig die eigenen politischen Haltungen durchzusetzen. Dabei kommt es im ersten Schritt weniger auf die tatsächlichen politischen Entscheidungsträger an, sondern darauf, den vorpolitischen Raum zu besetzen. Sprich: Die Meinungshoheit zu erlangen und so Schritt für Schritt die politischen Koordinaten in die eigene Richtung zu verschieben. Durch den enormen Einfluss der Medien funktioniert das in den Redaktionen besonders gut. Elisabeth Noelle-Neumanns Theorie der Schweigespirale wiederum weist nach, dass dominant in der Öffentlichkeit vorgetragene Positionen, wenn sie als Mehrheitsmeinungen erscheinen, Kritiker zum Verstummen bringen und sie zur Anpassung an die scheinbare öffentliche Meinung bewegen. In linken bis linksextremen Kreisen scheint sich das als Auftrag durchgesetzt zu haben.

Denn statistischen Erhebungen zufolge steht die Mehrheit der Journalisten deutlich weiter links als der Durchschnitt der Bevölkerung. Im Jahr 2005 gaben beispielsweise 63 Prozent der Befragten Redakteure an, mit einer linken Partei (SPD, Bündnis90/Die Grünen oder PDS/Linkspartei) zu sympathisieren, nur 15 Prozent identifizierten sich hingegen mit einer der bürgerlich-konservativen Parteien CDU/CSU oder mit der FDP (1). Zum Problem wird dieser deutliche Überhang linker Gesinnung vor allem dadurch, dass sich ein relevanter Teil quasi als missionarisch tätig versteht. Über 58 Prozent wollen vor Missständen warnen, 40 Prozent wollen dem Leser sogar positive Ideale nahebringen und 19 Prozent gestehen noch offener ein, dass sie ihre eigenen Ansichten darlegen wollen (2). Vor diesem Hintergrund kann es nicht mehr wundern, dass die Berichterstattung über Pegida, AfD und Co. vielen Bürgern als so krass einseitig erscheint.

Problematische Folgen für das politische System

Für das politische System hat die linkslastige politische Ausrichtung unter Journalisten aber durchaus problematische Folgen. Denn die Medien spielen in der freiheitlichen Demokratie eine zentrale Rolle in der Vermittlung von Anforderungen an das System (3). Werden wichtige Anforderungen an das politische System nicht oder nicht entsprechend der Wahrnehmung in der Gesellschaft an das zentrale politische Entscheidungssystem herangetragen, schwindet die Problemlösungskompetenz und damit die Existenzberechtigung des Staates. Das kann im Extremfall zu Instabilität führen.

Die Qualität von Demokratien, die wesentlich vom Ausgleich unterschiedlicher Interessen leben, hängt also stark ab „von der Art und Weise, in der ihre Gesellschaft kommuniziert“ (4). Demzufolge ist es um die Demokratie hierzulande schlecht bestellt, denn die einseitige, stark links gefärbte Berichterstattung schließt nicht nur einen relevanten Teil der Gesellschaft aus dem Diskurs aus, sie verhindert auch eine sachorientierte Bearbeitung von Problemen – zum Schaden aller Bürger. Es ist daher eine systemrelevante Aufgabe, dass in der Medienlandschaft kritische, konservative Stimmen wieder wahrnehmbar werden und die Selbstzensur der politischen Korrektheit ein Ende findet. Dazu bedarf es einer neuen Demokratisierungswelle, die sich von linken Denkverboten befreit und zurück zu den ursprünglichen Werten von Demokratie und Parlamentarismus führt. Den linken Prinzipien von Ausgrenzung und Manipulation müssen eine offene Debattenkultur, Interessenausgleich und Lösungsorientierung entgegengesetzt werden.

Die vielfache Fehlberichterstattung hat sich auf Seiten der Bürger in dem Begriff „Lügenpresse“ verdichtet. Soll sich Verfälschung nicht dauerhaft als Redaktionsprinzip etablieren, dann muss sich in den Medien schnell etwas ändern – oder die Bürger müssen in eigener Regie eine kritische Gegenöffentlichkeit aufbauen. Portale wie der jüngst gegründete Spreeruf können einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

 

Anmerkungen:
(1) Rudzio, Wolfgang: Das politische System der Bundesrepublik Deutschland. 8., aktualisierte und erweiterte Auflage. S. 457. Wiesbaden 2011.
(2) Ebenda. S. 458
(3) Siehe hierzu auch Easton, David: „A systems analysis of political life“
(4) Zitiert nach: Noelle-Neumann, Elisabeth. Politikwissenschaft und öffentliche Meinung. In: Mols, Manfred u.a. (Hrsg.). Normative und institutionelle Ordnungsprobleme des modernen Staates. S. 188. Paderborn 1990.

7 Kommentare zu „Lügenpresse“ – Verfälschung als Redaktionsprinzip

  1. Dass die Medien vielfach extrem tendenziös berichten hätte man auch schon vor Pegida und der Asylflut feststellen können.

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  2. Man darf nie vergessen, daß die Presse eine Industrie ist und demzufolge Umsatz generieren muß. Unter Umständen gerät sie auch aus diesem Grund aus dem relevanten Fokus.
    Auch kann man sich fragen, wieso ein Regime der linken Presse soviel Spielraum und meinungsprägenden Boden einräumt, wenn es doch weiß, daß dies nicht in seinem Sinne ist.
    Hier ist viel Raum für Spekulation. Aber sicher ist m.E., daß die herrschenden Kräfte sich sicherlich dieser 4.Gewalt zu bedienen wissen

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    • Eberswalder // 27. Juni 2016 um 10:50 // Antwort

      Möglicherweise sitzen ja auch die Medien oftmals am längeren Hebel!? Ein bestimmtes Meinungsklima lässt den Politikern oftmals keinen Spileraum, um sich nicht medienkonform zu verhalten. Darum ist es ja auch so wichtig, nun einen Gegenöffentlichkeit zur System-Presse zu entwicklen..

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      • Lucki // 2. Juli 2016 um 8:12 //

        Spricht aber auch nicht grad für die Politiker, wenn sie ihr Fähnlein nur nach dem Lüftchen der Lückenpresse richten.

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  3. Interessanter Artikel!

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  4. merkelsdad // 8. Juli 2016 um 13:52 // Antwort

    Die Lückenpresse ist nichts anderes als ein Instrument der Herrschenden. Entscheidend wird sein, ob wir es schaffen über die Junge Freiheit hinaus eigene Medien aufzubauen.

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  5. Vollghandi // 15. Juli 2016 um 15:30 // Antwort

    Das wäre eigentlich mal ein Thema für eine wissenschaftliche Arbeit.

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1 Trackback / Pingback

  1. „Lügenpresse“, oder nicht? – DER SPREERUF

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