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Wer ist denn dieser Vogel?

"Grünes Urgestein": Axel Vogel (Bild-Mitte), hier bei einer Demo "Wir haben es satt" in Berlin

von Jörg Schröder //

Falls Sie den grünen Politiker Axel Vogel (MdL) bislang noch nicht gekannt haben sollten, dann geht´s Ihnen wohl so wie den meisten Brandenburgern. Denn laut einer diesjährigen Umfrage von infratest dimap soll Vogel zwischen Elbe und Oder unter einem „deutlichen Bekanntheitsproblem“ leiden. Dabei ist Axel Vogel doch immerhin Vorsitzender der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Potsdamer Landtag. Für uns Anlass, diesem merkwürdigen Zwiespalt der Natur einmal näher auf den Grund zu gehen…

Als grünes Urgestein (grünes Gründungsmitglied) engagiert sich der momentan in Eberswalde lebende Vogel (*1958 in Bochum) seit Jahr und Tag für den Natur- und Artenschutz. Und natürlich ist Vogel auch für eine „Agrarwende“ und gegen den Verkauf der märkischen Äcker an internationale Großinvestoren und Boden-Spekulanten („Landgrabbing“). Das ist an und für sich auch alles richtig und lobenswert. Das Problem ist nur, dass solche Proteste leider wirkungslos bleiben, solange die Spielregeln des liberal-kapitalistischen Gesamtsystems grundsätzlich akzeptiert, und nicht radikal in Frage gestellt werden. Internationale Spekulanten können nämlich nicht im Rahmen des herrschenden EU-Wirtschaftssystems, sondern nur auf der Grundlage einer souveränen Staatspolitik in die Schranken verwiesen werden. Doch es waren ausgerechnet die Grünen, die die Voraussetzungen für eine solche Staatspolitik in den letzten Jahrzehnten systematisch untergraben haben („Emanzipation“ des Individuums von Staat, Volk, Familie etc.). Herausgekommen ist ein abgehobenes, bürokratisches Monster, ein Europa der Kommissare und Konzerne, letztlich eine neue, hyperindividualistische und liberale Marxismusvariante.

Und desto stärker und schmerzhafter diese Widersprüche heute – gerade auch im Zusammenhang mit der fortschreitenden Naturzerstörung – ins Bewusstsein treten, desto verbissener scheinen grüne Politiker wie Axel Vogel ihrem zweiten „Steckenpferd“ zu frönen, nämlich dem „Kampf gegen rechts“. Geht es bei den zahlreichen Gegen-Demonstrationen der letzten Jahre äußerlich meist gegen den herbei phantasierten Typus „Generation Hoyerswerda“ als allzu leicht angreifbaren Pappkameraden („Bomberjacke, weiße Schnürsenkel“), so scheint sich der „Kampf gegen rechts“ darüber hinaus doch gerade auch gegen die sogenannten „Extremisten der Mitte“ zu richten. Also gegen all jene Bürger, die den vermeintlich „modernen“ grünen Kulturmarxismus ablehnen, die es mit dem Widerstand gegen die liberal-kapitalistischen Zumutungen wirklich ernst meinen und für die die ökologische Frage eben auch untrennbar mit der Entwicklung von Heimat, einem lebendigen Bauerntum und einer ethnokultureller Identität verbunden ist.

Dass viele Brandenburger Bürger inzwischen nicht mehr bereit sind, den grünen Wahnsinn, der in Form der „Refugee-Willkommens-Klatscher“ 2015/2016 einen neuen Höhepunkt erreicht hatte, weiter hinzunehmen, zeigt auch der Aufstieg der Alternative für Deutschland (AfD). Und so war es auch bezeichnend, dass der Mecklenburger Wahlsieger Leif-Erik Holm anlässlich seiner Rede Mitte September in der Eberswalde Stadthalle „Hufeisenfabrik“ ganz besonders viel Applaus für die Feststellung erhielt, der Einzug der AfD in den Schweriner Landtag sei eben gleichzeitig auch mit dem Hinauswurf der Grünen verknüpft gewesen. Und wer weiß: Vielleicht macht das „Mecklenburger Modell“ ja Schule und wir erleben eine ähnliche Entwicklung bei der kommenden Brandenburger Landtagswahl im Herbst 2019. Vogels Bürgerbüro in Eberswalde würde dann eventuell sogar schließen. Es schien in den letzten Jahren ohnehin kaum ausgelastet gewesen zu sein.

Wer sich näher mit dem Phänomen der Grünen befassen möchte, wird hier fündig.

Ein etwas älterer Spreeruf-Kommentar zu den Barnimer Grünen findet sich hier.

Ein Kommentar zu Wer ist denn dieser Vogel?

  1. Ja gut, aber warum sich mit diesen Leuten überhaupt noch so intensiv beschäftigen? Wenn wir diesen egalitären Typ überwinden wollen, dann sollten wir ihn nicht widerlegen, sondern einfach ignorieren. Setzen wir einfach unsere eigenen Maßstäbe und zwingen wir ihn, sich UNS gegenüber zu definieren – als eine Negation dessen, was WIR sind

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