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Tausende „Bio-Deutsche“ demonstrieren für eine „Agrarwende“; Demo wollte sich jedoch nicht als Ort für „Nazis, Rassisten, Anti-Europäer und Anti-Amerikaner“ verstanden wissen

Demonstration "Wir haben es satt" am 21. Januar 2017 in Berlin

BERLIN – Nach dem Motto „Wir haben es satt“ versammelten sich gestern nach Angaben des Veranstalters, der Kampagne „Meine Landwirtschaft“, ungefähr 18.000 Bauern, engagierte Jugendliche, kritische Bürger sowie Natur- und Umweltschützer am Potsdamer Platz. Anlässlich der momentan in Berlin stattfindenden Messe „Grüne Woche“ wollte man gegen die Agrarindustrie und für gesundes Essen, für eine bäuerlich-ökologische Landwirtschaft und für fairen Handel demonstrieren.

Anschließend führte der Demonstrationszug, der neben Bauerverbänden (z.B. Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft), v.a. von Umweltverbänden (z.B. BUND, NABU) und Verbänden des ökologischen Landbaus (z.B. Bioland, Naturland, Demeter) unterstützt wurde, über die Friedrichstraße bis zum Reichstag und von dort aus zum Brandenburger Tor. Hier hatten sich bereits 130 Traktoren eingefunden.

Die Homepage der Initiative „Wir haben es satt“ wird zwar auch in englischer, französischer uns sogar arabischer Sprache angeboten. Auffällig und bezeichnend ist jedoch, dass es sich bei dieser Demonstration offenbar in erster Linie um eine Angelegenheit von „Bio-Deutschen“ handelte. Menschen mit „Migrationshintergrund“ waren bis auf sehr wenige Ausnahmen weit und breit nicht wahrzunehmen. In Zeiten einer „offenen Gesellschaft“ mit regional weit fortgeschrittener Ethnomorphose ist dies bemerkenswert und nicht selbstverständlich. Der Grund für dieses Phänomen dürfte sein, dass sich die entwurzelten, überwiegend in Ballungsgebieten lebenden „Menschen mit Migrationshintergrund“ für elementare Fragen unseres Lebensraums nicht interessieren oder einfach keinen emotionalen Zugang dazu haben.

Doch diese Erkenntnis scheut man seitens der politisch korrekten Veranstalter der Initiative „Wir haben es satt“ wie der Teufel das Weihwasser. Besonders allergisch reagiert man in diesem Zusammenhang auf all jene, für die die ökologische Frage eben untrennbar auch mit der Bewahrung von Heimat und ethnischer Identität verknüpft ist. Daher grenzte man sich bereits im Vorfeld der Veranstaltung auch entsprechend ab: „Unsere Demonstration ist kein Ort für Nazis, RassistInnen, Anti-EuropäerInnen, Anti-AmerikanerInnen und die Diffamierung von Bäuerinnen und Bauern. Die Stärke unseres Bündnisses ist die Vielfalt und die Internationalität – Geflüchtete sind willkommen! Uns eint der gewaltfreie Protest gegen die Agrarindustrie“, hieß es auf Flyern und Plakaten. (jsc)

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