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Gemeinsame Demonstration mit Islamisten? / Deidre Berger vom American Jewish Committee (AJC) kritisiert Bürgermeister Müller

Deidre Berger, American Jewish Committee (Archivbild); Bildquelle: flickr/christliches Medienmagazin pro

BERLIN – Die Teilnahme des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller (SPD), an einer für den heutigen Donnerstagabend (18.00 Uhr) von verschiedenen Religionsvertretern geplanten „Friedenskundgebung“ am Breitscheidplatz stößt auf Kritik. Grund: unter den Teilnehmern sollen auch mehrere islamische, vom Verfassungsschutz beobachtete Organisationen sein.

Jüdische Vertreter zeigten sich entsetzt. In einer Pressemitteilung des American Jewish Committee (AJC) meint Deidre Berger, Direktorin des am Leipziger Platz ansässigen Berliner Büros des AJC: „Gerade in Zeiten wachsender Gefahr für alle Teile der Gesellschaft durch den Terrorismus, ist eine Zusammenarbeit der Religionen zu den Themen Frieden und Sicherheit wichtig, um gemeinsame humanistische Werte zu stärken. Weder in dem Veranstaltungsflyer, noch dem Kundgebungsaufruf, wird jedoch der konkrete Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am 19.12.2016 erwähnt, geschweige denn die dafür Verantwortlichen klar benannt oder verurteilt. Die Opfer des Breitscheidplatz finden keine Erwähnung; es wird lediglich generisch zur Andacht an „Opfer von Gewalt im Namen von Religionen“ aufgerufen.“

Besonders besorgt ist Berger jedoch über einzelne Unterstützer der Kundgebung, die dem islamistischen Spektrum zuzurechnen seien, wie das Interkulturelle Zentrum für Dialog und Bildung (IZDB), das Islamische Erziehungs- und Kulturzentrum (IKEZ), die Neuköllner Begegnungsstätte e.V. (NBS) und das Teiba Kulturzentrum zur Förderung der Bildung und Verständigung e.V. (TKZ). Im Hinblick auf diese Akteure führt Berger aus:

„Es ist empörend, wenn sich an einer Friedenskundgebung islamistische Akteure beteiligen, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden und in einem Fall sogar Nähe zur palästinensischen Terrororganisation HAMAS aufweisen. Es ist unverständlich, dass im Aufruf der Wert der Verfassung hervorgehoben wird, die Kundgebung aber gleichzeitig von Islamisten unterstützt wird, die zum Teil verfassungsfeindliche Ziele verfolgen. So wird der schreckliche Anschlag auf unsere Demokratie, der zwölf Menschen das Leben gekostet und zahlreiche mehr zum Teil schwer verletzt hat, instrumentalisiert und die mörderische Ideologie der Täter trivialisiert.“

Ferner meinte Berger: „Unter diesen Umständen sind wir insbesondere über die Teilnahme des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller als Ehrengast erstaunt und besorgt. Wir hoffen, dass er seine Beteiligung an der Kundgebung zurückzieht, denn im Umgang mit den Gegnern der liberalen Demokratie darf es keine Missverständnisse geben.“

Die Idee der Veranstaltung ist laut Pfarrer Martin Germer von der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Breitscheidplatz von der Neuköllner Begegnungsstätte e.V. (NBS) ausgegangen. „Wir haben nach interner Diskussion beschlossen, darauf einzugehen“, sagte er der Berliner Zeitung. „Wichtig ist, daß wir ein gemeinsames Thema haben.“ (jsc)

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