Ticker

UPDATE 5. April / Familiennachzug von „Flüchtlingen“: Bereits jetzt warten im Nahen Osten 110.000 Antragsteller auf ein Familien-Visum zur Einreise in die BRD

Mahnwache für die Erleichterung der Familienzusammenführung am 03.08.2016 in Berlin (Archivbild); Bildquelle: flickr/ majka czapski

UPDATE: Knapp 268.000 syrische Flüchtlinge in Deutschland haben derzeit einen Anspruch auf Familiennachzug. Zu diesem Schluss kommt ein internes Papier der Bundesregierung, über das die „Bild“-Zeitung berichtet. Für die genannte Zahl von Flüchtlingen finde die Aussetzung des Familiennachzugs für zwei Jahre nach dem Aufenthaltsgesetz keine Anwendung. Sie dürften also ihre Angehörigen nach Deutschland holen. (Quelle: Spiegel Online, 5. April 2017)

BERLIN – In einer Anhörung des Innenausschusses (Deutschen Bundestag) ging es am Montag (20.03.2017) um das Thema „Familiennachzug von Flüchtlingen“. Dabei berichtete der Vertreter des Auswärtigen Amtes, Philipp Schauer, über den Stand der Dinge: Im Fall der Länder Syrien und Irak sind in den letzten zwei Jahren bereits 75.000 Familiennachzugs-Visa erteilt worden. Bei den Antragstellern handelt es sich meist um Frauen (83 Prozent) mit durchschnittlich zwei Kindern. Weitere 110.000 Antragsteller warten momentan noch auf einen Termin für die Erteilung eines Visums.

Ab Januar 2018 wird mit einer steigenden Anzahl weiterer Anträge gerechnet. Dabei handelt es sich v.a. um „subsidiär Schutzberechtigte“, für die der Familiennachzug gemäß der Vereinbarungen im „Asylpaket II“ momentan noch ausgesetzt ist. Als „subsidiär schutzberechtigt“ gelten „Flüchtlinge“, die anders als in der „Genfer Flüchtlingskonvention“ (GFK) vorgesehen, nicht aus Gründen der Rasse, Religion, Nationalität oder politischen Überzeugung verfolgt werden, aber darlegen können, dass ihnen im Herkunftsland Gefahr für Leib und Leben droht. In Deutschland wurden im vorigen Jahr 166.000 Syrer als „GFK-Flüchtlinge“ und 121.500 als „subsidiär schutzberechtigt“ anerkannt.

Bei der Abwicklung der Anträge auf Familiennachzug erhält das Auswärtige Amt nach Informationen von Philipp Schauer tatkräftige Unterstützung durch die International Organization for Migration (IOM): Die IOM-Büros in Istanbul, Gaziantep und Beirut helfen Antragstellern bei der Vorbereitung der Visumsanträge sowie mit Integrationskursen im Vorfeld der Ausreise nach Deutschland. Die IOM entstand 1951 aus den Aktivitäten des International Rescue Committee (IRC). Das Berliner Büro der IOM befindet sich in der Taubenstraße am Gendarmenmarkt. (jsc)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: