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Inszenierter Abklatsch mit Europafahne

von Jörg Schröder //

Eine Einschätzung zum Phänomen „Pulse of Europe“. Am letzten Sonntag hatten sich auf dem Berliner Gendarmenmarkt erneut tausende Bürger nach dem Motto „Pulse of Europe“ versammelt, um „ein Zeichen für die Zukunft Europas“ zu setzen. Was ist der Grund dafür, dass sich derart viele Bürger ausgerechnet vom politischen Establishment dazu bewegen lassen in einer Art inszeniertem PEGIDA-Abklatsch fahnenschwenkend auf die Straße zu gehen?

Wie auf einem Plakat von „Pulse of Europe“ zu lesen war, meinen diese „Gutmenschen“ wohl ernsthaft, es gehe nun „um alles“, es gelte nun, die „Europäische Union zu beschützen“. Denn die sich abzeichnende politische Wende weg vom Brüsseler Zentralismus hin zu einem identitären Europa der freien Völker können sie sich infolge einer jahrzehntelangen Gehirnwäsche tatsächlich wohl nur als eine Art Rückfall in frühere „finstere Zeiten“ mit den entsprechenden Horrorszenarien vorstellen: böse „Rechtspopulisten“ von PEGIDA bis hin zur AfD drohten, das „Rad der Geschichte“ zurückzudrehen. Man weiß ja, „wohin das führt“.

Diese ebenso paranoide wie geistig beschränkte Sichtweise impliziert dabei interessanterweise, dass der derzeit in Europa noch herrschende Linksliberalismus irgendwie fortschrittlich wäre. Doch in Wirklichkeit sind die gesellschaftspolitischen Folgen dieser vom Pesthauch des Kulturmarxismus infizierten Ideologie inzwischen in der ganzen westlichen Welt so eindeutig destruktiv, dass sich sogar Deutschlands oberster Demokratie-Lehrmeister mit der Wahl Donald Trumps zu einer Art Kurskorrektur veranlasst sah. Ihre eigenen Lehren sind den „westlichen Demokratien“ seit Ende des zweiten Weltkrieges eben offenbar selbst nicht besonders gut bekommen.

Wie wird es nun weitergehen? Wie auch immer die anstehenden Urnengänge im Superwahljahr 2017 ausgehen werden: Mehr denn je wird es in den nächsten Jahren eine wichtige Aufgabe rechter Metapolitik bleiben, eine Gegen-Ideologie zum herrschenden Linksliberalismus zu entwickeln, die die partikulare Wirklichkeit der Deutschen nicht nur mit der Vision von einer neuen, zukunftsorientierten Staatspolitik, sondern auch mit neuen, universellen Zielsetzungen verbindet. Mit oberflächigem Anti-Islamismus allein wird man dabei jedoch nicht weiter kommen. Vielmehr muss es vor allem um eine gründliche Revision der Fundamente des heutigen westlich-liberalen Denkens gehen.

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